Gruppe 1A:
Entweder passende wissenschaftliche Definition zum Begriff “Beschaffungs-Logistik” aus einem Lehrbuch oder eine von Unternehmen/Institutionen definierte Beschreibung zum diesem Begriff recherchieren und mit Quellenangabe als Kommentar eingeben.
Aufgaben der Beschaffungslogistik:
Die Aufgaben der Beschaffungslogistik setzen nicht erst mit der Material- bzw. Warenannahme bzw. -prüfung ein, wie gelegentlich dargestellt wird, sondern e+beinhalten die Gestaltung der Beschaffungsstruktur, beginnen somit bereits bei der Bedarfsermittlung und der Auswahl der Lieferanten.
“Die Beschaffungslogistik umfasst die Komplexe Planung, Steuerung und physische Behandlung des Material- und Kaufteilflusses von den Lieferanten bis zur Bereitstellung für die Produktion einschließlich des dazu erforderlichen Informationsflusses zur zielgerechten Versorgung der Produktion” (Sommerer).
Neben der Planung, Steuerung und Gestaltung des Materialfusses trägt die Logistik und insbesondere die Beschaffungslogistik auch noch auf andere Weise dazu bei, dass das unternehmerische Hauptziel der Rentabilitätsmaximierung mit wichtigen Unterzielen erreicht wird, nämlich dadurch, dass sie die Aufgabe übernimmt,
* dazu beizutragen, dass eine hohe Kapitalbindung verhindert bzw. beseitigt wird
* Hilfestellung beim Durchsetzen der Erkenntnis zu leisten, dass nicht alles selbst produziert werden muss und dass die Forderung nach unbedingter Kapazitätsauslastung zu einer teuren Eigenfertigung führen kann
* durch Schaffung von Voraussetzungen auf der Beschaffungsseite Produktinnovation und Marktbearbeitung zu forcieren
Quelle: Ehrmann, Harald (2008): Logistik, 6. überarbeitete Auflage: Friedrich Kiel Verlag, S. 250.
Von den Lieferanten ins Unternehmen
Die Anwendung logistischer Konzepte auf die Beschaffung wird Beschaffungs-Logistik genannt. Sie umfasst alle Tätigkeiten, die einen Hersteller mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie mit Kauf- und Ersatzteilen versorgen. Die benötigten Materialen wurden dazu früher hauptsächlich lokal eingekauft. Heutzutage ist es für ein Unternehmen jedoch durch die globale Vernetzung und das Internet kaum noch ein Problem, diese weltweit zu beschaffen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Logistik aus.
Einordnung der Beschaffungs-Logistik
Inhalt und Ausmaß der Beschaffungs-Logistik
Die Beschaffungs-Logistik ist ein marktverbundenes Logistiksystem. Sie stellt die Verbindung zwischen der Distributions-Logistik Distributions-Logistik der Lieferanten und der Produktions-Logistik Produktions-Logistik eines Unternehmens dar.
Die Objekte der Beschaffungs-Logistik sind Güter, die dem Unternehmen bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen sind, z. B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Kaufteile und Handelsware, die das Unternehmen zur Herstellung seiner Güter benötigt. Bedarfsträger ist das Beschaffungslager oder, im Falle einer direkten Anlieferung, die erste Produktionsstufe im Unternehmen.
Optimierung durch System- und Gesamtkostendenken
Das Systemdenken in der marktverbundenen Beschaffungs-Logistik berücksichtigt Wirkungszusammenhänge mit den Logistiksystemen der Lieferanten. Beispielsweise ist zu beachten, ob Maßnahmen zur Bestandssenkung im Beschaffungslager des eigenen Unternehmens dazu führen, dass Bestände im Absatzlager des Lieferanten erhöht werden müssen. Das könnte langfristig zur Preiserhöhung der Produkte des Lieferanten führen. Wenn die Supply Chain als ein gesamtes System betrachtet wird, kann z. B. ein Lager aufgebaut werden, das vom Abnehmer und Lieferanten gemeinsam betrieben wird. Das reduziert die Lagerbestände in der Beschaffungs-Logistik.
Das Gesamtkostendenken lässt sich ebenfalls am Beispiel der Lagerbestandsreduzierung aufzeigen. So führen niedrigere Bestände möglicherweise zu kleineren Bestellosen und einer höheren Bestellfrequenz. Daraus können höhere Transportkosten entstehen.
Bei der Versorgung des Unternehmens sind die Interdependenzen zwischen der Beschaffungs-Logistik und der Beschaffungspolitik zu berücksichtigen. Ähnlich wie bei den Instrumenten der Marketingpolitik im Absatzbereich werden bei den Instrumenten der Beschaffungspolitik vier Gruppen unterschieden: die Produktpolitik, die Konditionenpolitik, die Kommunikationspolitik und die Bezugspolitik.
Quelle: Von den Lieferanten ins Unternehmen – DHL Logistik. Online im Internet: http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/course/processes/procurement_logistics/definition.jsp (Zugriff am: 26.09.2011).
“Die Aufgaben der Beschaffungslogistik sind weit gefächert. Sie reichen von der Warenannahme und –prüfung, Lagerhaltung und –verwaltung, Lagerdisposition bis zu der Planung, Steuerung und Kontrolle des Material- und Informationsflusses. Das Gewicht dieser logistischen Aufgaben ist in den einzelnen Beschaffungssituationen sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Abhängigkeit von der Art der Güter, der Struktur der Beschaffungsmärkte sowie den Verhaltensweisen der Entscheidungsträger hat die Logistik entweder eine dominierende oder eine unterstützende Funktion.”
Quelle: Scheuermann, Waldemar (2008): Analyse und Optimierung der Materialfluss- und Informationsfluss-Prozesse zwischen Lager- und Montagebereichen in einem Automobilwerk. [s.l.] : GRIN Verlag, S. 15.
Die Beschaffungslogistik von Unternehmungen und Betrieben ist das Teilsystem der Logistik, welches sich mit allen Aktivitäten befasst, die der Versorgung mit Gütern dienen. Die Aktivitäten der Versorgung umfassen die Funktionen des Einkaufens, des Bestellens und Abrufens, des Transportierens, des Lagerns und des Bereitstellens. Teilfunktionen der Beschaffungslogistik sind Materialdispositionen, Warenannahme, Warenprüfung, Einlagerung, Lagerhaltung, Antransporte, innerbetriebliche Transporte, Umladungen, Bereitstellungen und Materialflussplanungen.
Quelle:
http://www.cim.de/lexikon/index.php?entry=10 (Zugriff am 26.09.2011)
Die Beschaffungslogistik stellt die Verbindung zwischen der Distributionslogistik der Lieferanten und der Produktionslogistik des beschaffenden Unternehmens dar. Zu ihr gehören alle Aktivitäten, die einer bedarfsgemäßen, d.h. nach Art, Menge, Qualität, Raum, Zeit und Kosten (6r der Logistik) abgestimmten Bereitstellung der für die betriebliche Leistungserstellung benötigten Materialien dienen. Die Beschaffungslogistik ist von Beschaffung und Einkauf abzugrenzen. Unter Beschaffung versteht man im Allgemeinen alle Maßnahmen, welche die Versorgung des Unternehmens mit den zur Leistungserstellung benötigten, nicht selbsterstellten Inputfaktoren des periodisch wiederkehrenden Bedarfs zum Gegenstand haben. Der Begriff „Beschaffung“ wird häufig als Oberbegriff für Einkauf und Beschaffungslogistik verwandt, wobei der Einkauf die Sicherstellung der rechtlichen Verfügbarkeit (Erschließung, Pflege und Entwicklung der auf dem Beschaffungsmarkt vorhandenen Bezugsquellen) und die Beschaffungslogistik die Sicherstellung der körperlichen Verfügbarkeit (Bereitstellung im Sinne der 6r der Logistik) der Beschaffungsgüter zur Aufgabe hat. Zum Teil werden die Begriffe „Einkauf“ und „Beschaffung“ aber auch synonym verwandt.
Quelle: http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/beschaffungslogistik/beschaffungslogistik.htm
„Die Beschaffungslogistik ist für die bedarfsgerechte Versorgung des Unternehmens vom Lieferanten bis zur Bereitstellung in der Produktion über Transport, Wareneingang und Beschaffungslager zuständig. Ziel ist es, alle logistischen Aufgaben des Waren- und Materialflusses mit dem dazugehörenden Informationsfluss bezüglich der Funktionen Planen, Gestalten, Steuern und Kontrollieren vorzubereiten und durchzuführen.“
Quelle: Martin, Heinrich (2009): Transport- Und Lagerlogistik. Planung, Struktur, Steuerung und Kosten von Systemen der Intralogistik. 7. Aufl. Wiesbaden: Vieweg + Teubner (= Praxis).
Die wissenschaftliche Theorie beschreibt die Beschaffungslogistik als die Planung, Steuerung und Kontrolle sowie die physische Behandlung des Materialflusses und der dazu notwendigen Informationen. Der Zuständigkeitsbereich der Beschaffungslogistik reicht dabei vom Warenausgang des Lieferanten bis zum eigenen Wareneingang bzw. bis zur Bereitstellung der Güter für die Produktion. Im Blickwinkel der Betrachtung stehen damit alle Vorgänge und Prozesse der Beschaffung, die im Vorfeld der Produktion relevant sind. Im Gegensatz dazu beschäftigt sich die Produktionslogistik und die anschließende Distributionslogistik mit den Material- und Informationsflüssen im Unternehmen sowie vom Unternehmen zum Kunden.
Ziel aller Aktivitäten innerhalb der Beschaffungslogistik ist die Optimierung der Beschaffungskosten, der Mengen sowie der Qualität der beschafften Güter und der damit verbundenen Zeit. Zur Erreichung der allgemeinen Zielstellung muss die Beschaffungslogistik so genannte operative Aufgaben – also direkt damit verbundene, täglich wiederkehrende Tätigkeiten – als auch seltenere, dafür aber langfristig wirkende Tätigkeiten durchführen. Letztere Vorgänge werden auch als strategische Aufgaben bezeichnet.
http://www.ec-elogistik.de (o. J.): Beschaffungslogistik. Online im Internet: http://www.ec-net.de/EC-Net/Redaktion/Pdf/Logistik/beschaffungslogistik (Zugriff am: 24.09.2011).
Definition Beschaffungslogistik:
1. Begriff: logistisches Subsystem der (Logistik), als Bindungsglied zwischen Beschaffungsmarkt und Produktion(slogistik).
2. Aufgaben: physische Bereitstellung von Einsatzgütern (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Halbfertigprodukte, Kaufteile und Handelsware) gemäß des art- und mengenmäßigen, zeitlichen und örtlichen Bedarfs im Hinblick auf geplante Leistungsprozesse. Aufgrund der Schnittstelle zum Markt sind die Gestaltungsalternativen beschaffungslogistischer Prozesse vom Verhalten nur begrenzt beeinflussbarer Umweltparameter abhängig. Neben der Struktur der Beschaffungsmärkte determiniert zusätzlich die Güterart (wirtschaftliche, technische, physikalische und organisatorische Gütereingeschaften wie z.B. transportkostensensible Commodities, hochwertige Spezialgüter) das Erfolgspotenzial der Beschaffungslogistik. In Abhängigkeit des vereinbarten Incoterm reicht die beschaffungslogistische Kontrollspanne von der Materialübergabe beim Zulieferanten bis zur Übergabe an den Bedarfsträger im Unternehmen. Dementsprechend zählen zu den beschaffungslogistischen Aufgaben der Transport vom Zulieferanten bis zum Wareneingang, die Warenannahme und -prüfung sowie teilweise die Eingangslagerhaltung und der innerbetriebliche Transport zum Verbrauchsort; ebenso alle damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und Kontrolltätigkeiten. Für die strategische Unternehmensplanung ist zu beachten, dass die Beschaffungslogistik des Abnehmers ähnliche Ziele und Aufgaben wie die Absatzlogistik des Lieferanten verfolgt.
Quelle:
Bichler, Klaus, Krohn, Ralf, Philippi, Peter,
Gabler Kompaktlexikon Logistik,
1.900 Begriffe nachschlagen, verstehen, anwenden,
2., überarbeitete Aufl. 2011. V, 209 S. mit 87 Abb. u. 4 Tab. Br., München 2005.